Am
27. 04. 1039 wurde der Ort Brotterode zum ersten mal in einer Schenkungsurkunde
erwähnt: „ brunnuardes rot “.Die
erste urkundliche Erwähnung einer Kirche, die dem Hl. Nicolai geweiht war, geht
auf das Jahr 1364 zurück. Diese wurde 1428 mit all ihren Kleinodien Opfer eines
Brandes. Fast 100 Jahre danach – 1523 – konnte ein steinerner Neubau
errichtet werden.
1538
war die Reformation bis Brotterode vorgedrungen.
So kam es, dass ab1684 im Wechsel einmal die reformierte Gemeinde den Kleinschmalkalder Pfarrer und die lutherische Gemeinde durch den Brotteröder Pfarrer betreut wurden. Heute gibt es keine reformierten Gemeindeglieder mehr. Der 14- tägige Pfarrerwechsel zwischen den beiden Gemeinden ist geblieben.
1778
beschloß man einen Kirchenneubau, da der alte den Erfordernissen nicht mehr genügte
und eine Renovierung nicht mehr in Betracht kam. Noch vor der Fertigstellung
brach 1779 ein Feuer im danebenstehenden Glockenhaus aus, welches samt der
angrenzenden Schule und dem Pfarrhaus niederbrannte. Die Flammen konnten jedoch
vor der in Barockstil erbauten Kirche fern gehalten werden. Sie bot mit den
doppelten Emporen 1200 Personen Platz – bis zum 10.
Juli 1895. An diesem Tag hatten 2 Jungen beim Forellenbraten in einer Scheune
die Kontrolle über das von ihnen entfachte Feuer verloren. Durch wochenlange
trockene Witterung und starken Westwind begünstigt, breiteten sich die Flammen
in Windeseile aus. Die leichten Fachwerkhäuser, das gerade eingebrachte Heu und
die Brennholzstapel gaben den Flammen reichlich Nahrung. Innerhalb von 2 Stunden
lag Brotterode in Schutt und Asche – auch die Kirche und das Pfarrhaus.
Am
30. 09. 1898 wurde der erste Spatenstich für eine neue Kirche getan, die an der
gleichen Stelle errichtet wurde, wo auch die drei Vorgängerinnen gestanden
hatten. Die Gesamtbaukosten beliefen sich auf 136.000,- Goldmark. Im Jahre 1900,
am 10. Juli , war die Einweihung. Über 900 Personen können in ihr einen
Sitzplatz finden.
Die
Kirche ist aus Steinen des einheimischen Steinbruchs auf einer Grundfläche von
530 m² im neugotischen Stil errichtet. Der Grundriss ist kreuzförmig.
Der
Turm ist ca. 40 m hoch. Eine 1957 eingebaute Warmluftheizung sorgt im Winter für
angenehme Temperaturen. Sie wurde 1991 völlig umgebaut und auf Öl und 1999 auf
Gas umgestellt. Die Emporen, die Deckenbalken,
das Gestühl und die Kanzel
heben sich durch ihren dunklen warmen Holzton gut von der sonst hell gehaltenen
Kirche ab.
Das
dreiteilige Chorfenster mit den Aposteln Paulus ( rechts ), Petrus ( links ) und
Jesus ( in der Mitte ) stammen ebenso wie die vier Apostelfenster und die übrigen
mit rautenförmiger Bleiverglasung versehenen, aus der Anstalt für
Kunstverglasung der Firma Franke in Naumburg und wurde von 1985 bis1990
restauriert. Das Glockengeläute mit den drei bronzenen Glocken lieferte die
Firma Ulrich aus Apolda. Zwei der Glocken wurden während des 2. Weltkrieges
eingeschmolzen, so das 1954 drei neue Glocken angeschafft werden mussten. Sie
stammen ebenfalls aus Apolda.
Die
Orgel mit ihren 24 Registern stammt vom Orgelbaumeister Rühlmann aus Zörbig
und wurde 1989 von der Orgelbaufirma Böhm in Gotha vollständig überholt. 1999
wurde die Orgel von der Firma Jäger und Brammer aus Waldfisch für 140.000 DM
restauriert.
Die
Altarbibel, der Abendmahlsteller sowie die silberne Abendmahlskanne wurden von
Ihrer Majestät der Kaiserin Auguste Viktoria, zur Einweihung der Kirche
gestiftet.
Die
Kirche wurde in den Jahren 1934, 1966, 1982 und zuletzt 2000 renoviert.
Hier
ein paar Informationen zu heutigen Gemeindesituation:
Seit
1583 gehört das Dekanat Schmalkalden, zu dem Brotterode zählt, zur
Landeskirche von Kurhessen / Waldeck. In den Jahren 1972 bis 1991 war es bedingt
durch die Teilung Deutschlands ein autarker Kirchenkreis, der der Thüringer
Landeskirche angegliedert war.
Brotterode
hat ca. 1900 Gemeindeglieder.
An
Stelle des Christenlehreunterichts der im Pfarrhaus statt fand gibt es seit 1991
den Religionsunterricht an der Schule, inzwischen bis zum 8. Schuljahr. Die überwiegende
Zahl der Kinder nimmt daran teil.
Es gibt einen Kirchenchor, seit 1970 einen Kinder- und Jugendchor, seit 1970 den Posaunenchor, die Frauenhilfe, den Besucherkreis und die Junge Gemeinde. Es werden Andachten während der Passionszeit und der Bibelwoche gehalten, außerdem eine Reihe von Veranstaltungen über das ganze Jahr verteilt, darunter besonders musikalische Abendgottesdienste in der Passions - oder Adventszeit.
Seit
1982 halten wir das Friedensgebet und seit 1984 feiern wir den Martinstag. 1991
begann die Arbeit der Diakoniestation Brotterode, von der aus 6 Gemeinden
betreut werden. 1994 hat die Kirchengemeinde die Trägerschaft über den
Kindergarten übernommen. 1998 wurde die Familienerholungsstätte
Dem
Pfarrehepaar steht ein 18 – köpfiger Kirchenvorstand zur Seite.
Unsere
Gottesdienste sind jeden Sonntag um 10 Uhr, der Kindergottesdienst findet um 11
Uhr statt.
Nehmen
Sie bitte mit Ihren Erinnerungen an die Brotteröder Kirche auch die Grüße und
Segenswünsche mit zurück in den Alltag.
BROTTERODE