Volkstrauertag am 13.11.2011
mit Gedenken der Opfer aller Kriege, Macht und Gewalt

Vielen Menschen war es ein Bedürfnis, diesem Gedenkgottesdienst beizuwohnen.
Pfarrer Adler erinnerte in seiner Predigt nach Lukas 11, 14-23 an die vielen vergangenen und immer noch gegenwärtigen Verbrechen, so an die Pogromnacht vom 9. zum 10. November 1938 mit Ausschreitungen gegen die deutschen Juden, an Kriege und Terror. Er formulierte anlehnend an den Predigttext weiter:
"Jesus trieb die bösen Geister aus. Wer glaubt heute noch an dämonische Kräfte? Aber sie sind noch am Werk. Sie machen die Menschen stumm gegenüber satanischen Handlungen, Leid und Schmerz. Die Menschen bleiben stumm, wenn Gott verleugnet, Stacheldraht aufgebaut wird. Unsere Stummheit beginnt schon im Alltag. Der Einzelne hat seine Ängste, durch Krankheit oder Arbeitslosigkeit hervorgerufen. Er muss seine Not zur Sprache bringen, sonst geht er kaputt. Er tut es, aber er wird nicht angehört.
Wo aber aufbegehrt wird gegen das Böse, leuchtet das Reich Gottes auf. Und Gott gibt die Kraft, gegen die Stumm- heit anzugehen."
Das anschließende Gemeindelied: "Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens …." ergänzte die Predigt in schöner Weise.
Dann trat Herr Däfler, Vorsitzender des Ortsverbandes für Spätheimkehrer, an das Rednerpult und brachte den Anwesenden mit ergreifenden Worten nahe, was die Kriegsgefangenen alles erleiden mussten: "Schläge, Hunger, unmenschliche Transporte, Verzweiflung. Es gab keine Kirchen und keine Gottesdienste. Doch dann kam der Tag der Freiheit, und die Glocken der Heimat begrüßten die Heimkehrer." Seinen Ausführungen fügte er noch den Vers eines Gedichtes bei:
"Wir haben gekämpft und hatten auch Erfolge, doch
das Ende, das war schwer. Die Truppen wurden in
den Kampf geschmissen, und es fielen immer mehr."
Pfarrer Adler und Herr Däfler trugen dann traditionsgemäß eine Blumenschale zum Vorraum der Kirche und stellten sie an den Gedenktafeln der Brotteroder Gefallenen nieder. Die würdevolle Handlung wurde mit dem emotionalen Lied: "Ich hatt` einen Kameraden ….", von Herrn Hoppe an der Orgel gefühlvoll gespielt, noch mehr hervorgehoben. Schweigeminuten und Gebete folgten.
Ergriffene Menschen verließen kurz danach stumm das Gotteshaus.

 

 

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